Der Wanderer sollte selbst reifen und seine Seele erziehen. Dies impliziert folgende Frage:Was ist das „Selbst“ und der Geist?
Der Mensch besteht aus beiden: Leib und Seele. Es ist [hier] gar nicht nötig den menschlichen Körper zu beschreiben, da dessen biologische und physiologische Beschaffenheit bekannt sind. Bis jetzt haben noch nicht viele den Versuch gestartet die geistige Seite des Menschen zu untersuchen und zu beschreiben. Die Sufis [und] Gnostiker betrachten das [essentielle] Wesen des Menschen (nefs) bestehend aus mineralen, pflanzenähnlichen, tierischen und menschlichen Bestandteil.
Die mineralische Komponente ist die Kraft, welches das Rezept des Körpers intakt und ganzheitlich zusammenhalten.
Die pflanzenähnliche Komponente unterstützt den Wachstum des Menschen und sucht die korrekte Ernährung. Diese Komponente sichert die Verbreitung [der Nahrung] durch den gesamten Corpus.
Die tierische Komponente der Existenz verleiht dem Menschen die Fähigkeit zu gehen und zu fühlen, zu sehen, zu hören, zu richen und zu schmecken.
Der menschliche Bestandteil ist die Seele und mit ihm darin, das eigene Gewahrwerden. Diese Kraft hat keine Verknüpfung mit was auch immer. Das Zentrum dieser Komponente liegt in der Tiefe des Herzens, welches traditionell der schwarze Punkt (nuqta-i suveyda) genannt wird. Sobald diese Komponente die Aktivierung des menschlichen Körpers einleitet, herrscht eine Verbindung zwischen Körper und Geist. Diese innere Komponente wird Seele genannt, und bezieht sich auf die Gewissheit.
Die Sufi-Gnosti
ker sehen in dem Wachstum der Gewissheit, durch sieben Phasen, welche im Qur’ân bezeichnet werden: Ammara, Lawamma, Mulhimma, Mutma’inna, Radhiya, Mardhiya und Kamila. Der Wanderer muss beides pflegen: Gewissheit und Seele. Sobald der Gläubige unter der Leitung seines Meisters die geistige Reise beginnt, so stehen dessen ethischen Gaben auf der Stufe des Ammara, solange der Einzelne ein Sklave weltlicher Versuchungen ist. Sobald der Wanderer die nächste Stufe, Lawamma, erreicht, bemerkt er jene Versuchungen, versteht dessen schädliche Qualität, und selbst da ist es ihm nicht möglich dem Widerstand zu leisten. Dann auf der Stufe der Mulhimma, lehnt der Wanderer diese Versuchungen ab. Sobald er die Stufe des Mutma’inna erreicht, vergisst er die temporären Sorgen und erreicht langsam die Stufe des Radhiya. Mit dem Wachsen der spirituellen Liebe, durckquert er oder sie die Stufe der Mardhiya und tretet bald ein den Zustand der Kamila, der Stufe der Vollkommenheit.Die Seele und sein Gefährte (die Gewissheit) sind in mehrer Teile gegliedert. Die Seele wird „Geheimnis“ (sirr) genannt und innerhalb dieses Geheimnisses ist das Geheimnis aller Geheimnisse (sirr us-sirr) verborgen. Darüber hinaus beinhaltet sirr us-sirr das „Verborgene“ (khafiyy) und dies widerum das Letztere: „Das Verborgenste“ (khafiyy ul-akhfâ). Das Verborgenste entählt die höchsten geistigen Mysterien.
Der Wanderer muss sein Bewusstsein fördern und seine Seele erleuchten. Der Name Gottes sollte stets angerufen werden auf dem Weg, welchen der Murshid durch diese Wanderung bestimmt hat. Wenn der Wanderer seine geistige Reise beginnt so sind die ethischen Gaben auf der ersten Stufe der Ammara. Das Ringen gegen die Triebseele [beginnt hier] während man in Richtung der Stufe der Mulhimma fortschreitet. Zunächst ist es ein sehr grober dann ein zufriedenstellender Kampf, wenn der Wanderer anfängt den Genuss des Gottgedenkens zu spüren und einen Blick von dem zu erhaschen, welches der Schatz der spirituellen Liebe zu bieten hat. Er oder sie [d.h. der Wanderer] beginnt weltliche Sorgen abzulegen, so dass alle Gedanken und Wünsche nur auf den allmächtigen Gott gerichtet sind. Der Wanderer befindet sich nun auf der Stufe der Mutma’inna, wo er nur die Schönheit der Erschaffung Gottes si
eht, und für Gottes Willen ist dieser bereit sein Leben [in Gottes Händen] zu übergeben. Sobald der Eintritt in die Stufe der Radhiya verwirklicht wurde, hat der Wanderer die weltlichen Wünsche aufgegeben und sucht nun nur noch die Schönheit Gottes. Die sinnliche Lust vermindert sich, und während er die nächste Stufe der Vollkommenheit, Mardhiya, ansteuert, ist dieser demnach bereit die höchste Stufe Kamila zu betreten, wo er sich mit Gott verschmelzt und [Gottes] Liebe erscheint. Diese sind die Bedingungen [die erfüllt werden müssen] der Heiligen und von denjenigen, welche am nähesten zu Gott stehen.
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