Nowruz | Nachtrag

Liebe Leser,

bevor wir insha'allah den Monat März verlassen, so sei noch auf eine interessante Sichtweise auf Nowruz verwiesen. Als Autor gilt ein bewanderter Derwisch (nicht nur) auf dem Gebieten der Metaphysik und integralen Tradition...
ein Qalandar aus der Kulturhauptstadt 2010.

Das Erscheinen der Sonne

http://qalandar-haqqali.blogspot.com/ und http://nuraliqalandar.blogspot.com/

Neu auf unserem Blog: Notiz der Woche | Start: 25.03.10

Liebe Leser,

wir werden insha'allah diese Woche noch mit unserer neuen Rubrik "Notiz der Woche" starten. Diese Notizen werden vorzugsweise -so fern die Organisation uns gelingt- am Donnerstagabend "gekritzelt". Dabei können dies Aussprüche von Propheten und Heiligen oder auch einfach nur "am Rande vermerkte" Gedanken sein.

Ausserdem ist am linken Rand eine neue Sparte "Astronomisches" hinterlegt worden. Diese wird mit interessanten Links zu jenem Thema, welche wir rein sporadisch im www begegnen und unserer Betrachtung nach interessant sein könnten, zur Verfügung stehen.

Bis dahin...

Br. Şems

Heute ist Nowruz!

Ya Ali!

Liebe Leser, wie vergangenen Freitag angekündigt, werden wir hier kurz auf die Bedeutung des Nowruz aus alevitisch-bektaschitischer Sicht eingehen.

Zur ethimologischen und soziologischen Sichtweise gehe man diesen Links nach:
Wiki (Dt.) oder Wiki (En.)

Nowruz stellt für die Bektaschi's einen astronomischen und spirituellen Tag dar. Der Lehre bzw. den Überlieferungen nach, soll Nowruz ein Tag bestimmter göttlicher Segnungen sein.

Sonntag ist Nowruz, insha'Allah...

Der 21. März, sprich Nowruz, naht. Für die Aleviten und Bektaschiten ist dies der symbolische Geburtstag von Amir ul-Mu'mineen [a.s.]. Mehr dazu insha'allah am Sonntag.

Hier sei schon mal für alle Interessierte ein informativer und inspirierender Auszug aus dem Schatzbuch "Mefatihul Jinan" gegönnt. Im folgenden handelt es sich um Gebete und Adab bezüglich zu jenem wertvollen Tag.

[Zitat]
Imam Ja'far as-Sadiq [a.s.] empfahl Mualla b. Huneys:
"Nehme am Festtag des Nouruz die rituelle Ganzkörperwaschung, bekleide dich mit saubersten Anzügen, parfümiere dich mit den schönsten Düften und faste an diesem Tag. Nachdem Du die Nawafilgebete und sowohl das Mittags- als auch das Nachmittagsgebet verrichtet hast, mögest Du 2 rituelle Gebete á 2 Rekat verrichten. Im ersten Gebet im ersten Rekat rezitierst Du nach der Fatiha 10x die Sure Qadr, im zweiten Rekat nach der Fatiha 10x die Sure Kafirun.
Im zweiten rituellen Gebet rezitierst Du im ersten Rekat nach der Fatiha 10x die Sure Ikhlas, und in der zweiten Rekat nach der Fatiha 10x die Suren Felaq und Nass.

Mache nach dem rituellem Gebet die Niederwerfung der Dankbarkeit und lies folgenden Dua:


Anderen Quellen zu Folge [und dazu gehört auch die Lehre des Bektashi-Orden*] ist folgender Dhikr erwähnenswert:

366x "Ya Muhawwila'l-ahwali wa'l-ahwâl. Hawwil hâlanâ ilâ ahsani'l-hâl."

Oder:

"Ya Muqalliba'l-Qulûbi wa'l-absâri, sabbit qalbî. Ya mudabbira'l-layli wa'n-nahâr. Ya muhawwila..."

Dies wurde in Dhadu'l-Mead überliefert. So mögen einem die Sünden von fünfzig Jahren vergeben.

Dann rezitiere mehreremale:

"Ya Dha'l-jalâli wa'l-ikrâm!"
[Zitat Ende]

Quelle: Mefatihu'l-Cinan, Şeyh Abbas Kummi (übersetzt ins Türkische von Cafer Bendiderya), S. 639-641, Ansariyan Verlag
*Anm. von Şems

Es-Selâtu Daim - Teil 2 [Salawat und Imamah]

Gott als ein Sein zu akzeptieren, Welcher keinen Teilhaber hat, bedeutet auch zwangsläufig zu akzeptieren, dass es keine weitere Exekutive gibt ausser Ihm.
Was der Schöpfung übrigbleibt ist nichts weiteres als eine Teilnahme an Seiner Aktivität.

Wir hatten im ersten Teil versucht darzulegen, dass Gott die Menschen an Seiner Schöpfung teilhaben lässt. Als Beispiel sei hier der edle Vers erwähnt:

Allah sendet Segnungen auf den Propheten und Seine Engel beten für ihn. O die ihr glaubt, betet (auch) ihr für ihn und wünschet ihm Frieden mit aller Ehrerbietung.[33. Sure : 56]

Gott als die Quelle der Praxis ladet den Menschen ein, an dieser Praxis teilzunehmen. Die Segnungen, die der Gläubige auf den Propheten Muhammed (Friede sei mit ihm und seiner Ahl al-Bait) ist wie folgt:

Allahumma salli 'alâ Muhammad wa alihi Muhammad! D.h., "Oh Herr, segne Muhammad und seiner Familie!" Wieso bittet der Mensch nun wiederrum Gott um die Ausführung der Segnungen? 1. Anwort: Der Mensch ist nicht in der Lage Muhammed zu segnen, genau wie der Prophet Gott nicht zu Dessen vollem Wert preisen konnte. Andere Antwort in "unserem Sinne": Der Bektaschi akzeptiert Gott als den Imam, an Dem er sich beim Gebet anschliesst. Im Islam ist das Gemeinschaftsgebet 27fach wertvoller als das individuell verrichtete Ritualgebet. Das Gemeinschaftsgebet ist jedoch dadurch gekennzeichnet, dass ein "Vorbeter" das Gebet leitet und die Gemeinschaft sich ihm anschliesst. Der Imam in seiner wahrhaftigen Eigenschaft und Stellung ist derjenige, der die Menschen (durch die Aufhebung aller Schleier mit der Eröffnungspreisung [takbirat-ul-ihram]) zu Gott bringt.

Um abschliessend auf das Salawat zu kommen, so sei folgende Überlieferung von Fürst der Gläubigen Ali b. Ab Talip [a.s.] zitiert:
إذَا كانَتْ لَكَ إلَى اللهِ سُبْحانَهُ حاجَةٌ فَابْدأ بِالصَّلاةِ عَلَى النَّبي (ص) ثُمَّ اسْألِ اللهَ حَاجَتَكَ، فَإنَّ اللهَ تَعالى أكْرَمُ مِنْ أنْ يُسْأَل حَاجَتَينِ فيَقْضِيَ إحديهُما وَيَمْنَعَ الأُخرى

Sinngemäss: Bevor Du Gott dem Erhabenen um etwas bittest, so sende zuerst Segnungen auf den Propheten flehe dann zu Gott. Denn Gott ist zu großherzig, als dass Er einen Wunsch gelten lässt während Er den anderen Wunsch verwehrt.
(siehe Gurer'ul-Hikem, Hadith 4149)