Baba Rexheb Ferdî [q.s.] | pt. 7.2 - Wer ist ein Liebender?
Der Liebender ist [innerlich] befüllt von höchster Freude wegen der Liebe Gottes. Er betrachtet die gesamte Sonne als einen einzelnen Lichtstrahl und den gesamten Baum als ein einzelnes Samen. Ein gewöhnlicher Mensch muss seine Finger an das eigene Gesicht nähern, so dass er sie sehen kann, während der Liebende nur durch den Kernstein schon die Frucht erkennt. Er kann es schmecken und riechen. Er kann den Stamm, die Äste, die Blätter und den gesamten Baum erkennen, auch wenn er nur einen einzelnen Samen sieht.
Der menschliche Leib ähnelt einem trockenen Stab. Sobald es durch die Liebe angefasst wird, wandelt es sich in ein Körper mit Kopf und Gliedern; dieser Körper beginnt durch sich selbst zu leben wie der Stab Moses (Friede sei auf ihm). Der authentische Liebender, welcher in dieser göttlichen Liebe verwelkt ist, wird zuerst zu einer gärenden Mischung und wird letztlich zu Brot. Er reinigt den Spiegel seines Herzens vom Staub, und kocht für vierzig Tage im Kessel der Liebe solange er alles [Unreine vom besagten Herzensspiegel] bereinigt und nichts mehr übrig bleibt. Er sieht in diesem Spiegel das, was er zu sehen vermag: den Liebenden oder den Geliebten. Er stattet sich aus mit der Güte der göttlichen Liebe und ist bereit von sich selbst kund zu tun.
Die Gnostiker sehen den Liebenden in der göttlichen Liebe als aufgelöst und nahe dem Thron Gottes verweilend; fana fillah und baqa billah.
Baba Rexheb Ferdî [q.s.] | pt. 7.1 - Über die Liebe (muhabbet)
„Sprich: Falls ihr Allah liebt, dann folgt mir. Dann wird Allah euch lieben und eure Sünden vergeben; denn Allah ist Allvergebend, Barmherzig.“[3:31]
„Derjenige, der Gott liebt und sein Leben für das Angesicht Seiner Liebe opfert, möge ein Märtyrer werden und möge vergeben werden.“ [Hadith-i Sharif]
Wahre Liebe ist die Quelle aller Wirkungskräfte, und der einzige Weg Gott zu erreichen. Geistige Liebe ist die einzige Essenz auf dieser Welt. Es versorgt die Menschen mit wahrer Bedeutung von Emotionen. Die Grundlage der Liebe ist nicht sich selbst zu lieben, sondern die Quelle der Liebe, nämlich Gott zu lieben. Liebe ist die Existenz. Es ist das Leben eines einzelnen. Der wirkliche Tod kommt, wenn die Liebe aufhört zu existieren. Wahre Liebe kennt keinen Tod.
Chemikalien in einer Auflösung trennen Kupfer von Gold. Die Liebe wandelt einen Menschen in einen Diamanten. Niemand kann den abgeschossenen Pfeil der Liebe stoppen. Und keine Kraft der Erde kann jenen Pfeil brechen. Der Qur’ân beschreibt die Liebe als die höchste geistige Ebene.
Die Liebe ist durch das Gift symbolisiert, welches in einem Edelstein vorzufinden ist. In dem Herzen des Liebenden bedeutet wahre Liebe beides: Qual und Heilmittel in einem. Liebe geht nicht auf oder geht unter wie die Sonne, sondern sie scheint für immer und füllt alles mit einer Pracht, wohin auch dessen Strahlen fallen. Liebe stärkt die Schwachen und macht aus Feiglingen Tapfere Männer. Es lässt Eisen schmelzen und macht einen Stein weich wie Schlamm.
Die Mystiker raten:
„Warum begehrst Du die Tochter deines Nachbarns? Halte vielmehr Ausschau für die ewige Schönheit Gottes. Halte Ausschau für jene Schönheit, welches niemals altert und für immer frisch und lebendig bleibt. Falls das Wasser deines Lebens ohne Liebe fliesst, würde es einem Baum ähneln, der keine Früchte trägt.“
„Die Liebe tilgt dein Versagen und deine Ersuchungen. Falls Du danach strebst diese zu tilgen ohne Liebe, so wäre es Heuchelei.“
„Gott sagte für den Willen dieser Liebe „Es sei!“ und die Welt wurde erschaffen.“ Der erhabene ’Ali (Cenâb-ı Ali): „Wenn der Mensch einen immerwährenden Zustand anstrebt, sollte er sein Ego ausschmelzen lassen für die Liebe Gottes.“
„Wahre Liebe wird es vollkommen, wenn der Mensch beide liebt: den Geliebten und den Liebhaber des Geliebten.“
Imam ’Ali sagte: „Der Freund meines Feindes ist auch mein Feind. Auch wenn dieser eine große Zuneigung mir gegenüber zeigt.“
„Liebe ist der erste Besitz, welchen Gott der Welt darlegte. Liebe liess Ihn die Himmel und die Erde schaffen. Liebe regiert den Thron des Herzes.“
„Liebe gleicht einem Feuer ohne Rauch, einer endlosen Strasse und einem Schloss ohne Schlüssel. Wer auch immer durch diese Tür [der Liebe] geht, ist für immer sicher.“
Unter den Schülern des Bektaschi Ordens bleibt die wahre Liebe als der zentrale Kerngedanke von deren mystischen Glauben.
Baba Rexheb Ferdî [q.s.] | pt. 6 - Lehrmethoden
Der Schüler des Bektaschi-Pfades sollte stets danach streben die höchste moralische Tugend zu erreichen. Hacı Bektaş Veli [möge Gott sein Mysterium heiligen] betonte dabei die Wichtigkeit einer engen Beziehung zwischen dem Novizen und dessen Meister. Das biographische Werk Velayetname enthält eine Anzahl von methodischen Anweisungen:Hünkar (Großmeister) Hacı Bektaş Veli befahl den Novizen seinen Meister zu vertrauen und ihm Gehorsam zu schenken, genauso wie Hacı Bektaş Veli seinem eigenen Meister, Ahmad Yasawi, gehorchte.
Der Novize sollte aufmerksam gegenüber den Worten seines Meisters sein, und sollte darum bemüht sein die Zeichen der Lehre des Meisters zu entschlüsseln. Jemand, der nicht mit dem Ohr des Herzens hört kann sich nicht auf dem Bektaschi-Weg entfalten. Demjenigen, der taub und blind ist, bleiben die Tore des Fortschritts für immer verschlossen.
Der Gläubige sollte seinem Meister vertrauen und nur ihm gehorchen. Das gleiche Vertrauen sollte dem stellvertretenden Meister gelten, sofern der eigentliche Meister aus dem Diesseits ausscheidet.
Was für spirituelle Geheimnisse der Meister [dem Novizen] offenbart, so sollte der Novize diese nicht [woanders] preisgeben. Jedes einzelne Wort ist für den Novizen eine Nahrung der Gunst (rıza lokması).
Der murid sollte die Anweisungen seines Meisters mit Freude ausführen. Seine Segnungen sind göttliche Segnungen.
Der Schüler sollte aufrichtig mit seinem Meister sein, andernfalls wird er sich sein eigenes Herz brechen, was zu Verwirrungen [in seinem Herzen] führt.
Der Schüler sollte Geheimnisse bewahren. Nicht einmal ein Hinweis sollte irgendjemanden offenbart werden. Ein Geheimnis auszuplaudern stellt eine schändliche Tat dar.
Der Novize sollte standhaft sein und jedem einzelne Wort seines Meisters Gehorsam bieten.
Zwischen dem Schüler und seinem Meister existiert ein geschlossener Bund. Der murid sollte allzeit bereit sein zu opfern, falls sie mit ihrem ganzen Herzen danach streben das Endziel zu erreichen: die Nähe und Gebundenheit zu Gott.
Freunde des murshids sollte auch der murid als eigene Freunde betrachten; genauso sollten die Gegner des Meisters auch für den Schüler Gegner sein.
[Der "Tatbestand" wurde von uns nicht nachgehend überprüft. Aber trotzdem dem Interessengehalts wegen möchten wir diese Nachricht hier weitergeben:]Der Wunder-Yogi Prahlad Jani hat seine indischen Ärzte in Ratlosigkeit versetzt. "Wir wissen immer noch nicht, wie er überlebt", sagte der Neurologe Sudhir Shah nach dem Ende der zweiwöchigen Rund-um-die-Uhr-Überwachung des 83-Jährigen, der weder Nahrung zu sich nimmt, noch ausscheidet.
Baba Rexheb Ferdî [q.s.] | pt. 5 - Liebe zur Familie des Propheten
Der Meister führt dem Gläubigen in Richtung der Vollkommenheit und zeigt ihnen weiterhin, wie man das Licht des Bektaschi-Pfades erblicken kann. Sie geben dem Novizen (murid) Liebe für den Propheten Muhammad und seine Familie (ahl al-bait) ein, Zuneigung für die Freunde der Ahl al-Bait (tawalla) und Abneigung für deren Feinde (tabarra). Der Prophet Muhammad sprach: „O Gott, sei Freund jener, die Alis Freunde sind und Feind derjenigen, die ihm feindlich gesonnen sind.“[1]

Baba Mondi in Harabati Baba Teqe, Mazedonien
