Baba Rexheb Ferdî [q.s.] | pt. 5 - Liebe zur Familie des Propheten

Die Prinzipien des Bektaschi-Pfades zu lehren ist keine leichte Aufgabe. Der Meister (murshid) ist dazu berufen, Schritt für Schritt [den Novizen in] die Philosophie der islamischen Mystik detailliert und mit Sinnbildern einzuführen. Ein Ausspruch von Haci Bektas Veli lautet: „Suchet nach der Wahrheit.“ und ’Ali der Große befahl: „Sprecht zu den Menschen in Angesichts derer Ratio.“

Der Meister führt dem Gläubigen in Richtung der Vollkommenheit und zeigt ihnen weiterhin, wie man das Licht des Bektaschi-Pfades erblicken kann. Sie geben dem Novizen (murid) Liebe für den Propheten Muhammad und seine Familie (ahl al-bait) ein, Zuneigung für die Freunde der Ahl al-Bait (tawalla) und Abneigung für deren Feinde (tabarra). Der Prophet Muhammad sprach: „O Gott, sei Freund jener, die Alis Freunde sind und Feind derjenigen, die ihm feindlich gesonnen sind.“[1]

Baba Mondi in Harabati Baba Teqe, Mazedonien

Imam Ali, der engste Gefährte des Propheten, fiel dem Gier und Neid seiner Feinde zum Opfer. Diejenigen, die die schrecklichen Verbechen begangen haben, sollen Verbrecher an der Menschlichkeit und Religion für immer verflucht sein. Der Bektaschi Orden betrachtet die Umayyaden, den Stamm von Muawiya, als die Feinde des Islams. Durch ihren Ehrgeiz und Triebseele überwältigt, haben sie die Familie des Propheten gänzlich umgebracht, stürzten den islamischen Staat und establierten ihre eigene unbarmherzige Verfassung.

Der Akt der Umayyaden erschütterte die Welt und die verbreiteten Muslime. Unter ihnen, die in Karbala gefallen sind, war der Enkelkind des Propheten, Imam Husayn. Mit ihm zweiundsiebzig von seinen treuen Gefährten, sowohl Frauen als auch Kinder wurden massakriert. Schon davor [vor dem Ereignis in Karbala] erfuhr Imam Husayn, dass die Umayyaden einen coup d’etat geplant haben, und beschloss somit Medina zu verlassen und nach Mekka auszuwandern. Um jedoch Blutvergiessen zu verhindern, führte er dann seine Gefolgschaft aus Mekka heraus und steuerten Irak an. Bis die Umayyaden sie verfolgten und in Karbala Imam Husayn mit zehntausenden von Soldaten umzingelten. Die Umayyaden schnitten den Weg zum Wasser ab, und zwangen Husayn so aufzugeben. Der Sohn des großen ’Ali jedoch wählte das Märtyrium anstelle der Ergebenheit. Sein Märtyrium wurde zum heiligen Zeugnis für alle Muslime weltweit für Generationen.

Dies sind Ereignisse, die der Murshid dem Gläubigen stets in Erinnerung bringt, um die Liebe zum großen Propheten, dessen Familie und den zwölf Imamen einzugeben, und stets die Gläubigen an das tragische Ereignis in Karbala zu erinnern.

Diejenigen, die den Pfad gefunden haben, diskutieren die Quellen der Mystik mit Gläubigen mit Betonung der islamischen Fundamente des Sufismus (tasawwuf), die Wichtigkeit des Heiligen Qur’ân und die Worte des Propheten. Nicht jedermann kann tieferweise die Philosophie und Wissenschaft des Islams verstehen. Nur die Nachfahren des Propheten sind in der Lage die Feinheiten des tasawwuf auszumachen.[2] Der Prophet sprach: „Ich bin die Stadt des Wissens, und ’Ali ist das Tor zur Stadt.“

Um in den Garten der islamischen Weisheit einzutreten, sollte jeder durch jenes Tor, welches von ’Ali präsentiert wird, gehen. Der Prophet Muhammed sprach ebenso: „’Ali ist mein ausgewählter Nachfolger (wasi’).“ Diese Worte meinen nicht materiellen Besitz, sondern den Bezug auf das Wissen und Ehrerbietung des Propheten.

Nach dem Ableben des Propheten gründete Imam ’Ali das erste religiöse Institut (madrasah) in Medina. Dort begann er die Philosophie des Islam zu lehren. Nach dem Märtyrium von Imam Husayn in Karbala, wurde jene madrasah von Imam Zayn al-’Abidin, Imam Muhammad al-Baqir und Imam Ja’far as-Sadiq weitergeführt. Von der gesamten muslimischen Welt kamen Studenten, um in dieser Universität die Philosophie des Islams zu studieren. Imam Ja’far as-Sadiq begann mit der Lehre der Mystik, welches viele Studenten anzog. Und die [Weitergabe dieser] Lehre wurde fortgesetzt für Jahrhunderte bis zum Zeitalter unseres Meisters: Haci Bektas Veli.

Die Schüler des Bektaschi-Ordens ehren den Propheten, ’Ali den Großen bzw. die zwölf Imame. Sie sind davon überzeugt, dass der Weg des Bektaschiten der Weg von ’Ali dem Großen ist.


Baba Rexheb [q.s.] trägt eine Trauerhymne zu Ehren von Imam Hussain [a.s.] und der Shuhada von Karbala vor.

1950, Bektashi Teqe in Taylor, Detroit



[1] http://eslam.de/manuskripte/reden/rede_ghadir_chumm.htm

[2] Gemeint ist hier, dass die Ahl al-Bait die Inhaber der Wissenschaft der Gnosis sind.


Quellen:

bektashi.net

eslam.de [tawalla], [tabarra], [Rede bei Ghadir Chum]

arabische Geschichten [Umayyaden]

Schlacht von Karbala [Eng]

12 Imame - Steckbrief von Alevitischen Kulturverein Bochum u. U. e.V.

Balkantravellers

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