wir wollen eine neue Serie starten. Dabei handelt es um Auszüge aus einem Werk namens Mysticizma Islame dhe Bektashizme (zu dt.: Die islamische Mystik und das Bektaschitentum). Dies ist ein Werk von einem Sufi-Heiligen des Bektaschi-Orden namens Rexheb (Rajab) Ferdî Baba Erenler (möge Gott sein Mysterium heiligen). In jenem Buch sind praktisch verschiedene Themen des Tasawwuf behandelt worden, und zwar aus der Sicht des Bektaschi-Pfades.
Das Buch kann man auf englischer Sprache hier bestellen.
Als eine neue Serie wollen wir den verehrten Lesern im Form von Auszügen aus jenem Buch hier zu Gemüte führen.
Doch sei hier auch sicherlich zunächst eine genauso wichtige Information nicht vorenthalten:
Wer ist Rexheb Ferdî Baba Erenler gewesen?
Rexheb Baba ist 1901 in Gjirokaster (Albanien) auf die Welt gekommen. Auf einem sogenannten Derwisch-Kolleg (Kolegjin Fetar) hat er Vorlesung bezüglich metaphysischer Wissenschaften besucht. Neben dem Abschluss des Gymnasiums besuchte er zudem eine Madrasa, in der von dem damaligen Lehrer namens Rakip Efendi Arabisch und Persisch lernte. Zudem konnte Baba Rexheb auf akademischen Grad Albanisch, Türkisch, Serbisch, Italienisch, Englisch und Französisch.
1917 erhielt er in der "Asim Baba Dergah" seine Initiierung in den Bektaschi-Orden durch den damaligen Bektaschi Kalifen Selim Ruhi Baba [q.s.]. [Es sei hier vermerkt, dass mit "Kalif" kein islamisch-politischer Posten gemeint ist, sondern hier als die Stellvertretung der höchsten Geistlichenhierarchie, nämlich des Dedebaba zu verstehen ist]
1922 wird er offiziell zum Derwisch erhoben, und widmet sich somit in sehr jungen Jahren einem zöllibaten Leben.
Während seiner Jahre in Albanien hatte Rexheb Baba sämtliche Erkânnâme (so genannte Pflichtenheften) des Bektashi-Orden und das unter den Türken bekannte Mevlid (mystische Lobeshymnen zu Ehren des Propheten Muhammed (s.a.a)) des Süleyman Celebi (1351-1422) ins Albanische übersetzt. Als Salih Niyazi Dedebaba [q.s.] am 28 November 1941 zum Märtyrer wurde (durch politisch Motivierte), hatte sich Rexheb Baba ebenfalls politisch gegen den damaligen Sozialisten Enver Hoxa erhoben.
Als 1944 sich eine kommunistische Regierung bildete, wurde Rexheb Baba ins Exil befördert. Bis 1948 befand dieser sich in den Asyl-Camps Italiens, als er dann nach Mokattam Ägypten in die Kaygusuz Ab
dal Dergah emigrieren konnte.Am 30. Januar 1949 wurde durch einen Rat in Ägypten von Bektaschi Baba's Ahmet Sirri Baba (s. linke Abbildung) zum Dedebaba als Vorsteher des Kaygusuz Abdal Dergah auserchoren. Als dieser nach vielen Strapazen schliesslich von dem damaligen Staatspräsidenten Jamal Abdel Nasser ins Exil verbannt wurde, gab er Baba Rexheb die Lehrerlaubnis (ijazah) und gab ihm die Aufgabe in die USA auszuwandern, um dort das Bektaschitentum zu establieren.
Die USA hatte nach dem zweiten Weltkrieg vielen albanischen Bektaschiten die Einreise erlaubt, worauf sich im Norden der USA ein gewisser Anteil Albaner sich gebildet hatte. Rexheb Baba beschloss mit den dort ansässigen Bektaschiten an einem Kongress am 24 Oktober 1953 eine Tekke in Detroit zu eröffnen. In der Kleinstadt Taylor (Detroit/Michigan) wurde dann am 15. Mai 1954 die lang ersehnte Dergah offiziell eröffnet. Auch staatsrechtlich wurden die dortigen Bektaschiten als Religionsgemeinschaft anerkannt.
Am 24. Juli 1990 wurde Rexheb Baba von damaligen türkischen Dedebaba Dr. Bedri Noyan (1912 - 1997) zum Bektashi-Khalifen ernannt. Bereits vier Jahre vor seinem Übergang in die Ewigkeit liess Rexheb Baba sein Grab in Form eines Mausleoms bauen. Am 14. September 1995 fand Baba Rexheb Erenler seinen Weg in die Ewigkeit.
Al-Faitha...
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