
27.01.2008 • MENDEN
Weizen, Bohnen, Kichererbsen, Haselnüsse, Feigen, Pistazien und noch sechs weitere Zutaten ergeben die "Aschura-Suppe", eine Süßspeise mit religiösem Hintergrund. Am Samstag feierte der Alevitische Kulturverein in seinen Räumen an der Fröndenberger Straße das Fastenbrechen. Eingeladen waren neben Vereinsmitgliedern auch Vertreter der Stadt, der shiitischen, der sunnitischen, der evangelischen und der katholischen Gemeinden.
"Heute ist ein wichtiger Tag für die Aleviten, wir wollen ihn zum Anlass für interreligiöse Gespräche nehmen", erklärte Hasan Boyraz, Vorsitzender des Alevitischen Kulturvereins. Aus Duisburg angereist war der "Dede", der Geistliche der Aleviten, Erdogan Sezer. Er erklärte am Anfang des gemeinsamen Nachmittages die Bedeutung des Festes. Die Aleviten bringen mit der Aschura-Suppe ihren Dank zum Ausdruck, dass Ali Zain al-Abidin, der Sohn von Hussain Ibn Ali und Urenkel von Mohammed aufgrund einer Krankheit die Schlacht von Kerbela überlebte. Aus Trauer um die Tragödie von Kerbela fasten die Aleviten zwölf Tage im islamischen Monat Muharrem. Sie verzichten auf klares Wasser und Fleisch und nehmen nur am Abend eine leichte Mahlzeit zu sich. Am Samstag feierten rund 100 Gemeindemitglieder, Freunde und Gäste gemeinsam das Fastenbrechen mit der Aschura-Suppe und selbst gebackenen Kleinigkeiten. Timuray Boyraz führte durch den Nachmittag. Bürgermeister Rudolf Düppe bedankte sich, dabei sein zu dürfen: "Ich freue mich, dass das Zusammenleben trotz kultureller Unterschiede so problemlos funktioniert." Mit einem Klagelied von Schah Hatayi beendete Hüsniye Dilek den offiziellen Teil des Nachmittages.
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